Presse

Wirtschaftsdienst: Vom Wissen zur Wertschöpfung: Technologietransfer aus Hochschulen stärken

Im internationalen Innovationswettbewerb hat Deutschland stark an Boden verloren – mit weiter fallender Tendenz. Die Ursachen sind vielfältig, doch eine zentrale Schwachstelle des deutschen Forschungs- und Innovationssystems liegt im Technologietransfer aus den Hochschulen, also der Überführung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die praktische Anwendung. Deutsche Hochschulen forschen auf internationalem Spitzenniveau und erzeugen neues Wissen mit hoher Relevanz für Innovationen. Aber es gelingt zu selten, Forschungsergebnisse zügig in marktfähige Produkte, Verfahren und Dienstleistungen zu überführen. Es braucht eine ganzheitlich ausgerichtete Transferpolitik, die alle Akteure und Formen des Transfers berücksichtigt. Hochschulen sollten dazu befähigt werden, eine Transferkultur und dauerhaft finanzierte Transferstrukturen aufzubauen. Darüber hinaus sollten positive Anreizstrukturen im Wissenschaftssystem gefördert und die Übertragung geistigen Eigentums vereinfacht werden.

Von Guido Bünstorf, Carolin Häussler, Christoph Oslislo

 

Im weiteren Sinn umfasst der Wissenstransfer alle Aktivitäten, die dazu beitragen, wissenschaftliche Erkenntnisse in gesellschaftlich relevante Anwendungen zu bringen. Das Spektrum der Transferaktivitäten ist ausgesprochen breit – es umfasst die Wissenschaftskommunikation, anwendungsorientierte Lehr-, Forschungs- und Beratungsprojekte, die Gründungsunterstützung für Studierende und wissenschaftlich Beschäftigte ebenso wie den Technologietransfer, also die Überführung wissenschaftlicher Erkenntnisse in marktfähige Produkte, Verfahren und Dienstleistungen. Technologietransfer erfolgt typischerweise über Ausgründungen aus den Hochschulen oder über Kooperationen mit etablierten Unternehmen. In beiden Fällen liegt das geistige Eigentum (Intellectual Property, IP) an den Forschungsergebnissen zunächst bei den Hochschulen. Der IP-Transfer über Lizenzierungen oder Patentübertragungen ist damit Teil des Technologietransfers.

Europa insgesamt hat beim Technologietransfer erheb­liches Verbesserungspotenzial. Seit vielen Jahren wird das sogenannte „europäische Paradox“ diskutiert: Europa sei zwar wissenschaftlich leistungsfähig, jedoch zu wenig erfolgreich darin, diese Stärke in wirtschaftlich verwertbare Innovationen zu übersetzen. Vor diesem Hintergrund empfiehlt der Draghi-Report zur Zukunft europäischer Wettbewerbsfähigkeit (Draghi, 2024), die regulatorischen Rahmenbedingungen für den Technologietransfer zu verbessern. Auch in Deutschland zeigt sich eine Transferschwäche in Schlüsseltechnologien wie Künstlicher Intelligenz, Mikroelektronik oder Quantentechnologien, insbesondere im Vergleich zu den USA (EFI, 2025; EFI, 2026).

Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

106. Jahrgang, 2026 · Heft 7 · S. 506–513 · JEL: I23, O31, O34, O38

Wollen Sie mehr über
uns erfahren oder
brauchen Sie Hilfe?

KONTAKT

Geschäftsstelle der Expertenkommission

Forschung und Innovation (EFI)

SV gemeinnützige Gesellschaft für Wissenschaftsstatistik mbH

 

Pariser Platz 6, 10117 Berlin

T: +49 (0)30 322 982 564 

M: kontakt@e-fi.de

 

NACHRICHT